EMDR-Therapie und Neuordnung

EMDR – die Abkürzung für Eye Movement Desensitization and Reprocessing

EMDR unterstützt das Gehirn dabei, belastende Erinnerungen zu verarbeiten, die noch „feststecken“. Durch bilaterale Stimulation (Augenbewegungen, Tapping) aktiviert das Gehirn seine natürliche Verarbeitungsfähigkeit. Der emotionale Stress nimmt ab, neue Perspektiven werden möglich.

Belastende Erinnerungen fühlen sich neutraler an: In der Praxis erlebe ich oft, dass Erinnerungen, die zuvor stark belastet haben, nach EMDR leichter und neutraler empfunden werden. Das „Sortieren“ der Erinnerungen im Gehirn wird spürbar.

Alarmmodus senken: Traumatische Erlebnisse aktivieren oft das Alarmzentrum im Gehirn (Amygdala). Viele meiner Klient:innen erzählen, dass sie in belastenden Situationen früher sofort in Flucht-, Kampf- oder Erstarrungsreaktionen gingen. EMDR kann dabei helfen, diese Überreaktionen zu verringern, sodass Gefühle weniger überwältigend wirken und Ängste, Stress oder körperliche Spannungen nachlassen.

Positive Selbstüberzeugungen stärken: Ein zentraler Punkt bei EMDR ist die Veränderung negativer Selbstüberzeugungen. Viele berichten, dass z. B. ein Gefühl wie „Ich bin nicht gut genug“ sich durch EMDR nach und nach in eine stärkende Überzeugung wie „Ich bin gut genug“ wandeln lässt.

Vielfältiger Einsatz: EMDR kann z. B. bei Ängsten, inneren Blockaden oder dem diffusen Gefühl „etwas stimmt nicht“ hilfreich sein – überall dort, wo Gefühle stark belasten.

Individueller Einsatz: In meiner Arbeit passe ich EMDR immer an die aktuelle Situation und die individuellen Themen an. Auch ohne konkrete Erinnerung, etwa bei frühkindlichen Erfahrungen, kann direkt an belastenden Gefühlen im Hier und Jetzt gearbeitet werden. Viele Klient:innen erleben dabei, dass sie auch lange zurückliegende Erlebnisse auf einmal besser aushalten können.

Wie läuft eine Sitzung bei mir ab?

Eine EMDR-Therapie-Sitzung bei mir folgt einem klaren, strukturierten Ablauf, der Ihnen Sicherheit und Orientierung gibt. Jede Sitzung gliedert sich in mehrere Phasen:

  1. Anamnese und Zielklärung – Wir besprechen Ihre Erfahrungen, identifizieren belastende Erinnerungen und legen gemeinsam die Ziele der Sitzung fest.
  2. Vorbereitung – Ich erkläre die Methode, wir üben Techniken zur Stabilisierung und Ressourcenaktivierung, sodass Sie sich während der Sitzung sicher fühlen.
  3. Desensibilisierung – Durch bilaterale Stimulation (z. B. Augenbewegungen oder Tapping) wird die belastende Erinnerung bearbeitet, bis die emotionale Intensität abnimmt.
  4. Integration und Neuordnung – Neue Perspektiven und Erkenntnisse werden gefestigt, das Erleben neu geordnet und die emotionale Belastung reduziert.
  5. Abschluss und Stabilisierung – Wir reflektieren die Sitzung, stärken Ressourcen und sorgen dafür, dass Sie sich gut orientiert und stabil fühlen, bevor die Sitzung endet.