Komplextrauma
Was ist ein Komplextrauma?
In meiner Praxis in Berlin-Pankow begleite ich Menschen mit Komplextrauma und den Folgen wiederholter oder länger andauernder traumatischer Erfahrungen. Ein Komplextrauma kann entstehen, wenn Menschen wiederholt oder über längere Zeit Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung oder andere traumatische Situationen erleben – insbesondere, wenn sie ihnen nicht aus eigener Kraft entkommen können. Dies kann bereits in der Kindheit geschehen, aber auch im Erwachsenenalter, etwa in gewaltvollen, kontrollierenden oder abhängigen Beziehungen.
Solche Erfahrungen können tiefgreifende Spuren hinterlassen und sich auf das eigene Selbstbild, den Umgang mit Gefühlen, Beziehungen, persönliche Grenzen und das Erleben von Sicherheit auswirken. Auch der Körper kann die Folgen traumatischer Erfahrungen über lange Zeit widerspiegeln.
Wie kann sich ein Komplextrauma im Alltag zeigen?
Vielleicht kennen Sie das Gefühl, ständig auf der Hut zu sein oder Schwierigkeiten zu haben, wirklich zur Ruhe zu kommen. Vielleicht passen Sie sich stark an andere an, spüren die eigenen Bedürfnisse kaum oder haben ein schlechtes Gewissen, wenn Sie „Nein“ sagen.
In Beziehungen kann es schwer sein, Nähe zuzulassen und gleichzeitig die eigenen Grenzen zu wahren. Vielleicht besteht ein großer Wunsch nach Verbundenheit und gleichzeitig die Angst, verletzt, verlassen oder vereinnahmt zu werden. Manche Menschen ziehen sich zurück, sobald es emotional eng wird, andere halten sehr lange in Beziehungen aus, die ihnen nicht guttun.
Auch starke Selbstkritik, Scham, Schuldgefühle, ein wenig stabiles Selbstwertgefühl oder das Gefühl, irgendwie „anders“ zu sein, können eine Rolle spielen. Manche Menschen funktionieren nach außen sehr gut und merken erst später, wie viel Kraft sie das kostet. Auch der Körper kann auf frühere Traumatisierungen reagieren – etwa durch anhaltende Anspannung, innere Unruhe, Schlafprobleme oder das Gefühl, die eigenen körperlichen und emotionalen Signale nur schwer wahrnehmen zu können.
Komplextrauma & Traumafolgen
Ein Komplextrauma kann viele Bereiche des Erlebens beeinflussen. Mögliche Traumafolgen sind:
- Schwierigkeiten, eigene Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen und zu vertreten
- ein belastetes oder negatives Selbstbild
- anhaltende oder wiederkehrende Schwierigkeiten in Beziehungen
- starke oder schwer regulierbare Gefühle
- innere Anspannung, Unruhe oder Erstarrung
- ein anhaltendes Gefühl von Unsicherheit oder Bedrohung
- Schwierigkeiten, den eigenen Körper und seine Signale wahrzunehmen
- wiederkehrende Muster, die sich trotz besseren Wissens nur schwer verändern lassen
Wie ich Sie bei Komplextrauma & Traumafolgen in Berlin-Pankow begleite
IIn der Therapie geht es zunächst darum, besser zu verstehen, was heute geschieht und welche Zusammenhänge zu früheren traumatischen Erfahrungen bestehen können. Wir schauen auf wiederkehrende Muster, den Umgang mit Nähe und Distanz, Grenzen, Konflikte und starke Gefühle – und darauf, was Ihnen heute mehr Sicherheit geben kann.
Ich arbeite ich auch mit dem Körpererleben: durch körperbezogene Übungen, Achtsamkeit und sanfte Formen der Selbstwahrnehmung. So können Sie lernen, innere Zustände früher wahrzunehmen, Gefühle besser zu regulieren und wieder mehr Handlungsspielraum zu entwickeln.
Sie müssen dabei nicht wissen, ob Sie ein Trauma erlebt haben. Wir arbeiten mit dem, was gerade da ist – etwa einem belastenden Gefühl, einer Situation oder einem wiederkehrenden Muster. Wenn ausreichend Stabilität vorhanden ist, kann im weiteren Verlauf auch eine gezielte Traumaverarbeitung stattfinden. Dabei orientieren wir uns an Ihrem Tempo und daran, was für Sie gut tragbar ist.
„Ein Trauma lebt nicht im Ereignis, es lebt im Nervensystem.“
Peter Levine
Blogartikel zum Thema: Trauma
- Neurogenes ZitternIch begleite traumasensitive Körperarbeit, bei der das Nervensystem durch bewusste, vorbereitende Übungen eingeladen wird, gebundene Stressaktivierung über feines, autonom entstehendes Zittern und sanfte Schwingbewegungen zu regulieren.

